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Franzen

Das Klima hat eine spannende Geschichte

Das Klima geht uns alle an. Jede Generation vor uns hat den Veränderungen des Klimas angepasst. Andernfalls würden wir heute nicht leben. Es ist eine spannende Geschichte, wie sich Natur und Menschen auf veränderte Umweltbedingungen eingestellt haben.

Kalt- und Warmphasen lösen sich seit Jahrmillionen in bestimmten Zyklen ab. Seit rund 12.000 Jahren leben wir in einer Eiszeit, das heißt, beide Polkappen sind mit Eis bedeckt. Innerhalb dieser Eiszeit gab es ungewöhnliche Warmzeiten, etwa zwischen 950 und 1250, und darauf folgende Kaltzeiten, zum Beispiel die „Kleine Eiszeit“, die bis 1900 dauerte.

Auch schnelle Erderwärmungen und Änderungen der Höhe des Meeresspiegels sind aus den Daten der Klimaforschung bekannt. Diese Veränderungen haben oft nur regionale Bedeutung. Das heißt, dass auf der Erde ein natürlicher Ausgleich stattfindet. Dies hängt mit den unterschiedlichen Klimazonen auf der Erde und zahlreichen Einflüssen (Sonne, Vulkane, unerforschte Unterseevulkane, Verschiebung der Erdachse usw.) zusammen, die sich auf den Wandel in den Klimazonen auswirken und das Klima auf der Erde bestimmen.

Die Anpassung an den Klimawandel bedeutete stets, dass die Menschen sich geignetere Standorte suchten, stabilere Häuser bauten und ihre Wetterprognosen verbesserten. Aus Wetterbeobachtungen entstand die Meteorologie. Die Technik stellte neue Möglichkeiten zur Verfügung, die beobachteten Daten mit Hilfe von besonders leistungsfähigen Computern auszuwerten und Klimaveränderungen in Modellen darzustellen. Diese Technik ist die Grundlage der heutigen Klimaforschung, die aus den Modellen der Vergangenheit Rückschlüsse auf das zukünftige Klima zieht. Da aber die Definition des Klimas nur die Veränderungen der letzten 30 Jahre umfasst, ist das Risiko sehr groß, dass die Daten, die in einer Phase der Erderwärmung erfasst wurden, falsche Prognosen für die Zukunft erstellt. Über diesen möglichen Fehler gibt es unter Klimaforschern einen erbitterten Streit. Er wird in der Öffentlichkeit ausgetragen, aber weitgehend ignoriert. Politik und Medien sind sich einig, dass der Klimawandel durch steigende CO2 Emissionen verursacht wurde, für die wiederum Menschen seit Beginn der Industrialisierung verantwortlich seien.

Deshalb ist es auch nicht überraschend, dass den Umfragen zufolge die Deutschen den Klimawandel als größte Gefahr für Stabilität und Sicherheit auf der Welt ansehen. Die Hoffnung, den Klimawandel durch Minderung der CO2-Emissionen stoppen zu können, wurde geweckt.

Jonathan Franzen: „Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen?“

Wir müssen der Wahrheit ins Gesicht sehen, sagt Jonathan Franzen, der sich seit vielen Jahren mit Themen des Umweltschutzes beschäftigt. Das Spiel ist aus, wir werden den Klimawandel nicht mehr kontrollieren, die Katastrophe nicht verhindern können.

Damit widerspricht Franzen Behauptungen, die immerhin noch eine Frist von 12 Jahren sehen, bis die „Klimakatastropehe“ ihren Lauf nimmt.

Jonathan Franzen ist weltbekannt. Er erhielt für seinen Weltbestseller «Die Korrekturen» 2001 den National Book Award. Er veröffentlichte außerdem die Romane «Die 27ste Stadt», «Schweres Beben», «Freiheit» und «Unschuld», das autobiographische Buch «Die Unruhezone», die Essaysammlungen «Anleitung zum Alleinsein», «Weiter weg» und «Das Ende vom Ende der Welt» sowie «Das Kraus-Projekt».

Er ist Mitglied der amerikanischen Academy of Arts and Letters, der Berliner Akademie der Künste und des französischen Ordre des Arts et des Lettres. 2013 wurde ihm für sein Gesamtwerk der WELT-Literaturpreis verliehen, 2015 erhielt er für seinen Einsatz zum Schutz der Wildvögel den EuroNatur-Preis. Er lebt in Santa Cruz, Kalifornien.

Das Pariser Abkommen, das Zwei-Grad-Ziel, „Fridays for Future“, die Bepreisung von CO2 kommen zu spät, sagt Franzen. Es sei 30 Jahre lang vergeblich versucht worden, die globale Erwärmung zu reduzieren.

Aber das ist kein Grund zum Aufhören und schon gar nicht das Ende von allem. Wir sollten uns vielmehr neu darauf besinnen, was uns wichtig ist. Deshalb, so Franzen, wird es jetzt Zeit, sich auf die Folgen vorzubereiten, zum Beispiel auf Brände, Überschwemmungen und Flüchtlingsströme. Es geht aber auch darum, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um unsere Gesellschaften, unsere Demokratien zu festigen.

Ein literarisches Schwergewicht, das einigen zu schaffen macht. Es sei ernüchternd wie wenig Mut, Verantwortung und Gestaltungskraft Jonathan Franzen von Politikern verlange, wie er auch auf gewisse Weise politische und gesellschaftliche Resignation als radikale Rationalität tarne, sagt zum Beispiel der Deutschlandfunk.

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